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Ein Kind ist kein Kind ! (Und ein viertel Jahr geht um wie nix)

Hallo zusammen, nach gefühlten hundert Jahren mal wieder..

 

ich war mal kurz ein paar Monate von der Bildfläche verschwunden, um mal schnell die Geburt unseres zweiten Sohnes über die Bühne zu bringen...

Völlig verrückt, wie schnell das alles ging. Der Abschied von meinem Mann war ziemlich schwer, als unser großer, unser Hund und mein schwangeres Ich, begleitet von meiner Schwester samt Mann in Antalya standen, um uns für sechs Wochen auf Wiedersehen zu sagen. Sogar meinem Mann stand das Wasser in den Augen und das will was heißen (auch wenn ich den Verdacht hege, das hatte eher mit unserem Sprößling zu tun als mit mir...).

 

Für mich hat sich die Zeit in der Heimat als die absolut richtige Entscheidung herausgestellt, in vielerlei Hinsicht; zum einen hatte ich zum ersten Mal seit zwei Jahren richtige Freizeit, da unser Prinz P bei der Oma bestens untergebracht war, oder auch mal bei der Tante oder anderen Lieben. Zum anderen konnte ich Freunde besuchen mit und ohne Kind, so dass die Tage verflogen. Auch die Geburt in der bewährten Klinik war super (soweit das eine Geburt überhaupt sein kannn...). Nachdem ich mich endlich zu einer PDA durchgerungen hatte, war das ganze quasi ein Spaziergang, verglichen zum ersten Mal. Danach hatte ich die die volle Unterstützung beider Familien und auch mein Mann ist quasi über sich hinausgewachsen. Verrückt ist, dass unser Zweiter so ein unauffälliges Kind ist - bisher - dass ich ein richtig schlechtes Gewissen bekommen hab, weil mein Mann tagsüber mit dem Großen losgezogen ist und ich die Kuschelzeit mit dem Kleenen total genießen konnte. Man ist ja mitlerwiele schlauer, und aus diesem Grund habe ich es wirklich langsam angehen lassen (mal abgesehen von der Hochzeit meiner Schwester, auf der ich zwei Tage nach der Geburt war). Ob es an meiner Entspanntheit in der Schwangerschaft lag, dass Fredl so entspannt ist, oder an der ruhigen Zeit danach...oder ob er eben einfach ein ruhiger Kerl ist? Hoffen wir dass es so bleibt ; - )

 

Naja, und so schön es "zu Hause" war, habe ich trotz allem dieses Mal beim Abschied in die Türkei richtig Abschied von meinem Elternhaus genommen. Es ist einfach sowas von überhaupt nicht mehr meine Angelegenheit. Ich bin da raus und damit durch und das wurde mir sowas von bewusst. Das nächste Mal, wenn wir nach Deutschland kommen, dann steht der große Umzug an, in unsere eigenes Haus nach Nurnberg. Oh got, ich freu mich schon so. Endlich selbst einrichten, endlich darf man Nägel in die Wand schlagen, endlich kehrt Routine ein. Für die Kinder umso wichtiger und für meinen Mann und mich auch, endlich ein Privatleben zu organisieren, dass über uns hinaus geht.

 

Wir haben in der Türkei jetzt wieder gut Fuss gefasst, auch was mit Freunden unternommen (kann man daran erkennen, dass unsere Kinder und wir schon wieder bei Facebook gelandet sind), aber es ist eben doch nicht das selbe...

 

So, ich muss dann mal wieder, eines der drei Kinder hat immer was ; - )

Beim nächsten Mal bin ich geistig hoffentlich etwas sortierter. Muss mal mein schlechtes Gewissen in Worte fassen; unglaublich wie das zweite Kind so nebenher läuft, auch emomtional (ohne Frage wird auch er behalten ; - )  ).

Görüsürüz!

22.12.14 13:03


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Ramazan (seit vergangenem Wochenende überstanden)

Gerade ist hier ja Ramazan. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wird nichts gegessen und in der Regel auch nichts getrunken. Kann man von halten was man will-aber leider kommt man auch als "nicht-muslim" an all dem Rummel drum herum, nicht vorbei. Zweimal am Abend und einmal in der Nacht geht nämlilch ein Trommler durch jede Straße, macht ein Gewerch und ein Gesinge, und "erinnert" bzw. weckt die Fastenden, dass sie nochmal Essen und Trinken zu sich nehmen. Ich habe nun herausgefunden, dass am Ende dieser Wochen des Verzichts der Tag gefeiert wird, an dem der Prophet den Koran empfangen hat. Blöd, dass das ausgerechnet bei durhschnittlichen 38 Grad passiert ist . Zu diesem Anlass habe ich in meinem Bekanntenkreis hier ein paar "Umfragen" betrieben : - ) Das mache ich ganz gerne, in der Hoffnung, dass ich niemandem zu nahe trete und persönlichere-unmittelbarere-Geschichten erfahre, als sie aus den Medien, zu bekommen sind. Ich tu mich nämlich noch nicht immer ganz so leicht, die Menschen hier zu verstehen. Natülich gibt es nicht "die Türken", so wenig wie es "die Deutschen" gibt, aber die verschiedenen Beweggründe, waurm manche Menschen hier in scheinbaren Widersprüchen leben, zu dem was "ich als Deutsche" doch irgendwo erwarte, und zwar innerhalb ihrer eigenen Kultur, ist wirklich interessant. Meine Friseuse zum Beispiel: Ihre Mutter ist vor ungefähr 60 Jahren zum arbeiten nach Deutschland und hat später Mann und Kinder nachgeholt. Ümran ist in Kontstanz aufgewachsen, hat ihre Ausbildung in Stuttgart gemacht und ist später wieder zurück in die Türkei-aus familiären Gründen. Deutschland fehlt ihr sehr und auch wenn es ihr hier gut geht und sie mit ihrer Familie (Mutter von vier Kindern!!!) sehr glücklich ist, würde sie eigentlich schon gerne wieder zurück. Sie ist eine ganz herzliche, zierliche Person, mit ganz kurzen Haaren, sehr chick und modern gekleidet. Wenn sie betet, in Ruhe zu Hause, wenn ihr danach ist, dann legt sie sich ein Kopftuch um. Und Fasten tut sie momentan auch - als einzige ihrer Familie. Für sie ist das einfach eine Glaubensfrage, wobei ihr wichig ist, mit Gott im Gespräch zu sein, oder Allah, oder wem auch immer-mit IHM eben. Sie fastet an Ramazan, weil ihr der Gedanke gefällt, einmal im Jahr bewusst mitzufühlen, mit armen Menschen und zu wissen, wie es ist zu entbehren. "Respekt" sage ich da, ich tue mich ja schon mit Diäten schwer! Und auch der ganze Umgang mit dem Thema Glauben, finde ich super. Leider geht es eben auch ganz anders. Mit Scheuklappen durchs Leben-und das absolut nicht nur in religiöser Hinsicht. Nach fast einem Jahr habe ich leider nun schon häufiger die Erfahrung machen müssen, dass Menschen, die hier als modern, westlich und aufgeschlossen gelten, das nach unseren mitteleuropäischen Maßstäben noch lange nicht sind. Da machen nur die teuren Autos, die aktuellen Handys, die Angestellten um den eigenen Alltag möglichst angenehm zu gestalten und die teuren Klamotten den Anschein. Da ist eben auch das Geld zur Religion geworden, wie in unseren Breitengraden. Was aber nicht automatisch bedeutet, dass der wohlhabende Türke deshalb bereit ist, Jahrhunderte lang herrschende Traditionen kritisch zu hinterfragen. Warum sollte man als Mann auch nicht 10 Kontrollanrufe täglich starten dürfen, seiner 29jahrigen Frau Facebook verbieten und ihr stattdessen nahelegen, 6 Monate nach Geburt des Kindes bloß wieder repräsentabel zu sein?! Man hat ja einen Ruf zu verlieren! Aber gut, wenn die Dame des Hauses sich wohl fühlt? Ich werd mal mit meinem Mann reden, was ich für Putzfrau, Nani und Einkaufsservice alles tun muss...;-) Dieser Eintrag heute ist ohne Wertung der Verfasserin zu verstehen! 🙊
7.8.14 14:25


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